Räum-und Streubuch für den Winterdienst

Räum-und Streubuch für den Winterdienst

Räum- und Streubuch Räum- und Streubuch

Muss ich eigentlich ein Räum- und Streubuch führen? Wozu dient dieses eigentlich? Welche Angaben sollte es enthalten? Wo bekomme ich ein Räum- und Streubuch her?

Als engagierter Winterdienstleister saht ihr euch diesen Fragen vielleicht auch schon einmal ausgesetzt. Auch mir ging es so. Ich versuche hier Licht ins Dunkel zu bringen und euch diese Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.

Sollte es Fehler geben, so möchte ich euch dazu ermutigen mich einfach anzuschreiben, oder auch einfach zu kommentieren.

 

Welche Arten gibt es?

Während meiner Recherche im Netz stieß ich immer wieder auf zwei verschiedene Arten der Berichtführung. Es war von Räum- und Streuberichten für Gehwege, Straßen und Grundstücke zu erfahren. Weiter von Räum- und Streuberichten für den Straßenwinterdienst.

Wie man an den Bezeichnungen unschwer ableiten kann, sind die Berichte auf den jeweiligen Einsatzzweck ausgerichtet und in den enthaltenen Angaben nur geringfügig unterschiedlich.

 

Ist das führen eines Räum- und Streubericht Pflicht?

Nach meiner derzeitigen Kenntnis ist es keine Pflicht ein Räum- und Streubericht zu führen. Schaden jedoch kann es nicht,- im Gegenteil. Es kann euch den Hintern retten.

 

Aufgabe eines Räum- und Streubuch

Die Aufgabe eines Räum- und Streubuch ist die Dokumentation. Die Dokumentation der ordnungsgemäßen Erfüllung eurer Verkehrssicherungspflicht. Als Dienstleister ist diese i.d.R. per Vertrag wirksam auf euch übertragen worden.

Bei Streitigkeiten vor Gericht kann euch das führen eines Räum- und Streubuch als Beweis zur Entlastung dienen. Da wären etwaige Zivilprozesse wegen Schmerzensgeld, oder Schadensforderungen zu nennen. Doch auch bei Ermittlungen in einem eventuellen Strafprozess, z.B. wegen einer Körperverletzung wäre ein Räum- und Streubuch als Beweis gültig.

 

Welche Angaben das Räum- und Streubuch enthalten sollte

Die Räum- und Streuberichte für Gehwege, Straßen und Grundstücke sollten die folgenden Angaben beinhalten, damit diese auch Beweiskraft vor Gericht haben und die Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht in geeigneter Weise dokumentieren können.

 

  • Datum
  • Uhrzeit (von-bis)
  • Art des Einsatzes (räumen/streuen)
  • verwendetes Streugut (Salz, Splitt, Gemisch, Sand)
  • Verantwortlicher mit Unterschift

 

Weitere Angaben im Räum- und Streubericht können z.B. Angaben zur Witterung, der Temperatur, oder auch das Kennzeichen des Fahrzeug sein.

Das Räum- und Streubuch für den Straßenwinterdienst hingegen kann noch Angaben zur Art des Schnee (Neuschnee/Altschnee/Menge z.B.), oder zur Streumenge (Einstellung/Verbrauch), und/oder weitere Anmerkungen enthalten.

 

Wer das Räum- und Streubuch führen sollte

Während es von Städten/Kommunen vielerorts vorgeschrieben ist und die Mitarbeiter angehalten sind, ihre Einsätze zu dokumentieren, ist es für Dienstleister im Winterdienst generell vom Vorteil, dies auch zu tun. Versicherungen (Betriebshaftpflicht) könnten, im Fall aller Fälle, ihre Zahlungen verweigern und es könnten nicht unerhebliche finanzielle Belastungen auf euch zukommen. Ein kleiner Ein-Mann-Betrieb, wie der meine, könnte sich in eine finanzielle Schieflage begeben. Größere Unternehmen könnten es vielleicht etwas besser „verdauen“ – doch wirklich sein muss es ja wohl auch nicht.

Deswegen sollte ganz klar jeder, der mit dem Winterdienst sein Geld verdient, auch ordentlich dokumentieren. Mit einem Räum- und Streubuch. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und euch ein Exemplar zum Download zusammengestellt. So verwende auch ich es. Es ist noch nie etwas passiert, doch (dreimal auf Holz geklopft) bin ich lieber auf der sicheren Seite und führe diesen Bericht, auch wenn er manchmal nervt.

Zwei Versionen stelle ich euch zur Auswahl. Einmal als .pdf Datei, welche ihr sofort zur weiteren Verwendung ausdrucken könnt. Die zweite Version ist eine .odt Datei, welche es euch erlaubt das Dokument weiter zu bearbeiten. Ihr benötigt dazu OpenOffice, welches ihr euch jederzeit gratis im Netz runter laden könnt. Alternativ hier.

 

–> Download Räum- und Streubericht als .pdf

–> Download Räum- und Streubericht als .odt

 

Weitere Bezugsquellen

Möchtet ihr nicht selbst ausdrucken und gebundene Berichtshefte bevorzugen, so habt ihr die Möglichkeit diese hier kostenpflichtig zu beziehen. (Amazon Produktlinks)

–> Streubuch für den Straßen-Winterdienst

–> Winterdienst, Streubuch für Gehwege und Gehstraßen, Grundstücke

Alternativen

GPS zur DokumentationGroße Betriebshöfe, oder auch Unternehmen mit größerem Fuhrpark setzen vermehrt auf digitalisierte Produkte mit Unterstützung von GPS. Es gibt bereits eine Vielzahl von Anbietern. Vorteile bringen solche Systeme freilich auch.

Der Aufwand vom händischen führen eines Räum- und Streubuch entfällt zum Beispiel. Man weiß darüber hinaus genau, zu welchem Zeitpunkt sich welches Fahrzeug an welcher Stelle befindet.

Ich möchte an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, sondern der Vollständigkeit halber nur mal erwähnt haben, welche Alternative es eben noch gäbe.

 

Wenn euch diese Thematik interessiert, findet ihr nähere Infos u.a. bei diesen Anbietern:

 

–> https://www.gps.at/innovationen/gps-telematik-im-winterdienst

–> https://www.geocapture.de/branchen/winterdienst-gps-ortung/

–> https://rauch.de/deutsch/winterdienst/axeo/online-gps-dokumentation.html

 

Schlusswort

Wie man seine Dokumentation betreibt muss jeder selbst wissen. Kosten/Nutzen/Aufwand müssen gegeneinander abgewogen werden. Ich für meinen Teil werde weiterhin händisch mein Räum- und Streubuch führen. Ganz nebenbei habe ich auch noch einen Nachweis meinen Auftraggebern gegenüber, falls es einmal zu Unstimmigkeiten kommen sollte. Schnell lässt sich belegen, wann ich wo geräumt, oder gestreut habe.

 

Streukontrolle vernachlässigt? Ein Urteil dazu.

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